Nicht zu Knacken – Von ungelösten Enigma-Codes zu den Briefen des Zodiac-Killers

Das Buch „Nicht zu Knacken – Von ungelösten Enigma-Codes zu den Briefen des Zodiac-Killers“ stammt von Klaus Schmeh und damit einem anerkannten Krypto-Experten, der sich schon seit einer geraumer Zeit mit der Geschichte rund um die Kryptologie befasst. In seinem Werk, das vom Hanser Verlag vertrieben wird, schildert Schmeh die aus seiner Sicht zehn faszinierendsten Rätsel der Kryptologie.

Bevor Schmeh allerdings die einzelnen Fälle anspricht, gibt er dem Leser erst einmal einen kurzen Einstieg in die Geschichte der Kryptologie. Hierbei werden die wichtigsten Stationen und Personen in der Geschicht der Kryptographie und Kryptoanalyse kurz erwähnt. Zu Sprache kommen beispielsweise Leon Battista Alberti, das Aufkommen von ersten Buchstabenersetzungen, Schwarze Kammern und auch die Kryptologie in großen Kriegen. Allgemein geht es in diesem Grundlagen-Kapitel vor allem darum dem Leser klar zu machen, inwiefern die Kryptologie bisher die Menschheitsgeschichte beeinflusst hat.

Nach dem sich der Leser einen grundlegenden Überblick über die Kryptologie verschafft hat, geht es nun an die einzelnen Krypto-Rätsel. Dazu zählen:

  1. Das Voynich-Manuskript
  2. Der Codex Rohonci
  3. James Hamptons Notizbuch
  4. Enigma-Funksprüche
  5. Der Doppelwürfel
  6. Der Somerton-Mann
  7. Der Zodiac-Killer
  8. Die Beale-Chiffren
  9. Kryptos
  10. Robert Thouless‘ Experiment

Eine interessante Mischung aus bekannten und nicht so bekannten kryptografischen Geheimnissen. Schmeh behandelt die Rätsel nacheinander, wobei er immer erst einmal das entsprechende Rätsel und die Begebenheiten darum vorstellt, um sie anschließend mit Lösungsansätze zu ergänzen, die er selbst auf Plausibilität bewertet. Da bei einigen Rätsel die gleiche Lösung dahinter stecken könnte (Unsinnshyptothese), wiederholt sich der Autor ab und zu. Das kann beim Lesen ermüden, genauso, wenn er Andeutungen zu bestimmten Dingen macht, diese aber nicht weiter ausführt.

Im Großen und Ganzen ließt sich das Buch aber flüssig durch und kann die meiste Zeit durchaus unterhalten. Da einige Rätsel bisher selbst noch nicht gelöst wurden, fängt man nach und nach selbst an, eigene Lösungsvorschläge im Kopf durchzuspielen. Genau das ist auch Schmehs Intention, im Leser soll ein Denkprozess angestoßen werden. Am Ende des Buchts, gibt es sogar noch zehn, der Schwierigkeitsstufe sortierte, Rätsel, die der Leser unter anderem mit den Kenntnissen aus dem Buch selbst lösen kann. Wer bis dahin gekommen ist, wird sich diesen Spaß auch kaum entgehen lassen.

Als Fazit lässt sich sagen, dass sich „Nicht zu Knacken – Von ungelösten Enigma-Codes zu den Briefen des Zodiac-Killers“ für Krypto-Experten, die sich selbst schon mit den Fällen befasst haben, eher nicht empfiehlt. Dafür bietet Schmeh nicht wirklich neue Erkenntnisse und manche Fälle, wie beispielsweise die Beale-Chiffren sind völlig überflüssig. Alle die aber noch keine Erfahrung in der Kryptologie besitzen, gerne Rätsel lösen und von den oben genannten Rätsel noch nie etwas gehört haben, ist das Buch allerdings uneingeschränkt zu empfehlen. Es gibt kaum ein Buch rund um die Kryptologie, das den Leser so einfach in die komplexe Thematik einführt und darüber hinaus auch noch das Interesse so entfacht, dass es auch noch nach dem Lesen bestehen bleiben wird. Damit bietet sich das Buch ideal als Einstieg in die Kryptologie oder als Ergänzung zu einem anderen Grundlagenbuch an. Weiteres rund um die Kryptographie und Kryptologie findet man auch auf www.kryptowissen.de, wo dieses Buch und viele weitere Bücher aus diesem Bereich ausführlich rezensiert wurden.

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