Windows 7 – Dirty Tricks

Windows 7 - Dirty TricksMal wieder ein neues Buch zu Windows 7, diesmal ein ganz besonderes, es trägt nämlich den zusätzlichen Titel: „Dirty Tricks“. Für jeden, der des Englischen nicht mächtig ist, „dirty“ bedeutet „dreckig“ und gibt dem Buch somit etwas Würze. Bei dem Buch vom Autor Nico Kuhn greifen äußerlich alle Marketing-Maßnahmen. So ist der Einband nicht nur relativ dunkel, ja nahezu komplett schwarz, nein es stehen darauf auch Schlagworte wie „PC Underground“, „Microsoft ausgetrickst“, ja sogar „Die volle Kraft von Windows 7 entfesselt“. Generell schrecken mich solche Aufmachungen eher zurück, da ich hier schon einige negative Erfahrungen gemacht habe, ob das bei „Windows 7 Dirty Tricks“ anders ist, das erfahrt ihr in dieser Rezension.


Einleitung:
„What you see is what you get“ so lautet ab und zu die Devise. Nicht jedoch bei Windows. Denn in diesem Betriebssystem stecken viel mehr Feature, als das der erste Anschein vermittelt. Viel Funktionen sind nämlich nicht sichtbar und deaktiviert, können auf Wunsch aber dennoch genutzt werden. Mit ein wenig Wissen rund um das eigene Betriebssystem lässt sich nämlich noch einiges daraus rausholen. Ansetzen möchte hier das Buch: „Windows 7 – Dirty Tricks“, speziell für das Betriebssystem Windows 7.


Inhalt:
Inhaltlich fährt der Autor dicke Geschütze auf. So fragt der Autor schon mit dem ersten Kapitel: „User zweiter Klasse? – Wie Microsoft Ihnen die coolsten Features vorenthält“. Anschließend werden natürlich unter anderem diese Features, wie z.B. deaktivierte Beta-Features vorgestellt, sowie gezeigt, wie man diese aktivieren kann. Weiter beschäftigt er sich damit, wie man die „Windows 7-Gängeleien abstellen kann“, wie beispielsweise die Benutzerkontensteuerung. Dann kommen die „Tuningtipps“, mit denen man aus dem eigenen System mehr herausholen soll. Zu guter Letzt schreibt er noch über den ganz individuellen Windows-Look, verborgenen Einstellungen, der Privatsphäre und einer besseren Fehleranalyse.

Zwar kommen auch immer mal wieder schon bekannte Tipps vor, die es auch schon bei Windows XP gegeben hat, dennoch sind viele Themen sehr interessant, die im Buch angeschnitten werden. Dennoch sollte man auch nicht blindlings alles ausführen, was der Autor im Buch vorstellt. Teilweise ist er nämlich auch nicht so sicher, ob dieser Tipp überhaupt soviel bringt. Dies wird gerade bei den Leistungs-Tipps oft deutlich. Hier überlässt er es dem Leser, ob er nun diesen Tipp ausführt oder nicht. Hier muss der Anwender also auch selbst ein ausgeprägter Spürsinn für sein Betriebssystem mitbringen, um nicht kontraproduktiv zu arbeiten. Denn was nicht immer erwähnt ist, ist die Tatsache, dass mit solchen Tipps man sein System gerne auch mal langsamer und viel instabiler machen kann, als zu Beginn der „Optimierung“. Immerhin macht der Autor im Vorwort klar: „Für absolute Windows-Einsteiger ist dieses Buch nichts“!


Aufbau:
Mit 444 Seiten ist das Buch kein großer Schinken, sondern eine handliche Lektüre. Der Schreibstil des Autors Nico Kuhn gefällt mir ganz gut, da er relativ locker rüber kommt und meist auch von sich spricht, bzw. den Leser direkt anspricht, sodass man sich gleich identifizieren kann. Unterteilt ist das Buch in sieben Kapitel, die nicht unbedingt aufeinander aufbauen. Das Buch eignet sich also auch, um nur spezielle Dinge nachzulesen. Wem beispielsweise optische Tricksereien nicht interessieren, der kann das Kapitel einfach überspringen oder grob überblättern. Optisch kommen in den Texten einige Screenshots, Tabellen und auch sogenannte „Tipps“ zum Einsatz, die das Ganze auflockern.


Fazit:
Ich muss sagen, ich war positiv überrascht. Das Buch gibt schon sehr tiefe Einblicke in Windows 7 und zeigt Features und Optionen auf, die man so nicht kennen würde. Tatsächlich lernt man auch so mehr über das eigene Betriebssystem kennen, erfährt über die kleinen Zahnrädchen im System. Ich persönlich würde aber nur die wenigsten Tipps im Buch bei meinem System umsetzten, da ich nun auch schon die ein oder andere Erfahrung gemacht habe. Auf dem ersten Blick hören sich die Tipps immer logisch und anwendbar an, wenn man sie dann aber erst einmal umgesetzt hat, bleibt der gewünschte Erfolg aus. Ein jeder Eingriff in das System, und teilweise sind die vorgestellten Eingriffe sehr tief, gefährdet natürlich auch die Systeminstabilität. Wie heißt es doch so schön: „Never touch a running System“. Der Autor Nico Kuhn ruft dazu aber explizit auf. Deswegen empfehle ich das Buch wirklich nur Anwendern, die Wissen was sie tun und was sie damit riskieren. Sie sollen also schon ein paar Jähren Praxiserfahrung gesammelt haben. Für alle andere ist das Buch aber auch als Lektüre zu empfehlen, praktisch sollten sie aber eher nicht mit diesen Tipps an das eigene System rangehen.

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