I’m Feeling Lucky: The Confessions of Google Employee Number 59

I'm feeling Lucky VorstellungBei „I’m Feeling Lucky: The Confessions of Google Employee Number 59” (auf Deutsch Google-Mitarbeiter Nr. 59 der erste Insider-Bericht aus dem Weltkonzern) handelt es sich um ein ganz besonderes IT-Buch. Hier werden keine Programmiersprachen oder gar IT-Systeme vorgestellt, sondern man bekommt einen ganz privaten Einblick in einen der großen Tech-Giganten unserer Zeit – und das als dieser noch ein kleines Startup war. (Ex-)Google Mitarbeiter Douglas Edwards aus der Marketing-Abteilung entführt uns in eine Zeit, wo noch Firmen wie Yahoo oder AOL die Platzhirsche in der IT-Welt waren. Was für einen Einblick und welche Erkenntnisse daraus uns Douglas präsentiert, möchte ich nachfolgend zusammenfassen.

Um es gleich vorweg zu nehmen, ich habe mich dieses Mal für die englische Originalausgabe mit dem genannten Titel „I’m Feeling Lucky: The Confessions of Google Employee Number 59” entschieden. Zur deutschen Übersetzung „Google-Mitarbeiter Nr. 59 der erste Insider-Bericht aus dem Weltkonzern“ kann ich leider nichts Genaueres sagen.

Douglas Edwars begann seinen ersten Tag bei Google am 29.11.1999. Er kam von der San Jose Mercury News, als er im Alter von 41 Jahren ein neues Kapitel aufschlug. Tatsächlich wollte er eigentlich erst bei Yahoo anheuern, als er von dort aber ein mehr als schlechtes Angebot bekam, entschied er sich doch für das junge aufstrebende Startup. Und auch wenn der Titel verspricht, hier berichtet der Google Mitarbeiter 59, ganz genau sollte man das nicht nehmen:

„I was Google employee number fity-nine, as near as I can tell, but I started the same week as other people, so my number might have been higher or lower. It doesn’t matter.”

Dieser Pragmatismus spiegelt wohl die Zeit wieder als Edwards seinen Posten im Marketing (und dort vor allem das Brand Marketing) übernahm. Von professionellen Strukturen war das junge Unternehmen noch weit entfernt, was Edwards am Anfang durchaus zu schaffen machte. Dennoch wurden Entscheidung nicht willkürlich aus dem Bauch getroffen. Schon von Anfang an bestimmten bei Google Zahlen und Fakten die Richtung. Auch das war für Edwards neu, schon bald konnte er diese Herangehensweise aber adaptieren und auch auf seine eigene Arbeit anwenden.

Es war so viel Neues für Edwards, der mit seinem Alter eigentlich schon zu den alten Hasen in der Firma zählte. So war er beispielsweise über die grenzenlose Offenheit überrascht, bei der jeder Mitarbeiter tiefsten Einblick in das Unternehmen bekam, deren Informationen in anderen Firmen lediglich in Management-Sphären umhergingen. Doch die Ungetrübtheit hatte auch ihre Schattenseiten. So sorgte sich der Familienvater nicht nur einmal um das Geschäftsmodell der Firma.Insgesamt bekommt man einen guten Einblick, was hinter den Kulissen von Google in den Jahren 1999 bis 2005 so vor sich ging. Edwards erhebt dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Auch sagt er selbst, dass es sich hierbei um keine objektive Sicht handelt. Er will vielmehr eine Insider-Sicht geben, wie Dinge damals abliefen (und wie auch nicht), sowie sich die Individuen und auch das Unternehmen über die Zeit entwickelt hat.

Kritische Themen wie Zensur, Regularien und das gefürchtete Google-Monopol werden nur kurz angeschnitten, sonst aber eher ausgelassen. Dies ist unter anderem darin begründet, dass diese Themen zur damaligen Zeit noch keine solche Rolle spielten, wie heute.

Fazit:
„I’m Feeling Lucky: The Confessions of Google Employee Number 59” bzw. „Google-Mitarbeiter Nr. 59 der erste Insider-Bericht aus dem Weltkonzern“ gibt einen sehr lebendigen Einblick in die Wachstumsphase des heutigen Weltkonzerns Google. Man findet viele Namen wieder, die auch heute noch in anderen Unternehmen eine bedeutende Rolle spielen, wie beispielsweise Sheryl Sandberg (heute bei Facebook) oder Marissa Mayer (Ex-CEO von Yahoo). Man lernt diese besser kennen und bekommt auch die ein oder andere Insider-Informationen, wie beispielweise dass die eigenen Google –Programmierer von den Programmierfähigkeiten der Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin nicht viel hielten. So meinte Craig Silverstein beispielsweise: „I didn’t trust Larry and Sergey as coders.“ Doch während sie als Programmierer nicht jeden von sich überzeugen konnten, sah es in Sachen Unternehmensführung und dazu gehörenden Entscheidungen ganz anders aus. Wer schon immer wissen wollte, warum Google so ist wie es ist und wie der Weg dorthin war, der bekommt in „I’m Feeling Lucky“ einen sehr guten Eindruck davon.

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